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Geschichte

Geschichte der Gemeinde Wehringen

Antikes Behältnis

In einer geschichtsträchtigen Gegend ca. 15 Kilometer südlich von Augsburg liegt die Gemeinde Wehringen. Bereits in der Jungsteinzeit um ca. 2000 v. Chr. waren hier Menschen sesshaft. Ausgrabungen zeugen hiervon. Aus der Bronzezeit stammen umfangreiche Siedlungsfunde (ca. 1800-1200 v. Chr.) Sehr wichtige vorgeschichtliche Funde stammen aus der Hallstattzeit um ca. 800 bis 500v. Chr. Im so genannten Hexenbergle wurden acht Grabhügel ausgegraben. Damals war es Brauch, die Toten bzw. die Asche in hölzernen Grabkammern beizusetzen. Gefäße mit Wegzehrung und manchmal auch ganze Wagen finden sich in diesen Totenhäusern. Urkundliche Erwähnung fand Wehringen erstmals in der Biografie über den Heiligen Ulrich im Jahr 990 n. Chr. Die Existenz eines sich nach dem Ort benennenden Mannengeschlechts lässt sich erstmals für das 12. Jahrhundert belegen. Ein gewisser Heriman de Waeringen tritt damals als Zeuge auf. Im Jahr 1372 zerstörte ein Kriegsbrand das Dorf völlig.

 
Leiterwagen

Wehringen besaß ab etwa 1490 bis ins 17. Jahrhundert ein besonders von Augsburger Bürgern stark frequentiertes Bad, das unter der Bezeichnung Leitenbad oder Wehringer Bad überliefert ist. Die Bäderliteratur aus dem 16./17. Jahrhundert verdeutlicht, dass ihm damals als Heilbad ein recht hoher Stellenwert beigemessen wurde. Der Niedergang des Leitenbades wird für das 17. Jahrhundert angenommen. Sehr wahrscheinlich fiel es während des Dreißigjährigen Krieges der Zerstörungswut der Schweden zum Opfer, die besonders 1634 das Gebiet heimsuchten. Vermutlich wurde es in den folgenden Kriegswirren nicht mehr aufgebaut und geriet so in Vergessenheit.

 
Antike Tonware

In der Zeit von 1617 bis 1628 starben im Dreißigjährigen Krieg und durch die Pest 485 Menschen.

In den beiden Weltkriegen kommen 136 Menschen ums Leben. Durch die Aufnahme von 800 Heimatvertriebenen stieg die Einwohnerzahl 1946 auf 1800.

In der Gemeindereform wurde Wehringen 1978 der Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen mit den Mitgliedsgemeinden Großaitingen, Kleinaitingen, Oberottmarshausen und Wehringen angeschlossen. Durch großes Bemühen gelang es dem damaligen 1. Bürgermeister Johann Merk, dass Wehringen zum 1. Januar 1980 wieder die volle, uneingeschränkte Selbständigkeit erlangte.

Im Jahr 1990 feierte die Gemeinde „1000 Jahre Wehringen“. Dem Bürgermeister war es ein Anliegen, zur 1000-Jahr-Feier ein neues Wappen, eine Gemeindefahne sowie eine Ortschronik anzuschaffen. Heute zählt die Gemeinde über 3.000 Einwohner. Die Gemeindeflur beträgt ca. 14 Quadratkilometer. Der Ort verfügt über für den täglichen Bedarf notwendige Einrichtungen wie Arzt, Zahnarzt, Kindergarten und Volksschule.

 

Wappen

Wappen der Gemeinde Wehringen

Zum 1. Januar 1986 erhielt die Gemeinde Wehringen ein neues Wappen.

Wappenbeschreibung:

„In Rot ein auf die Spitze gestellter silberner Triangel, an dessen Querbalken unten zwei eggenartige Zähne angebracht sind, darüber eine goldene Bischofsmitra.“

Angefertigt wurde das neue Wappen von Max Reinhart. Die Regierung von Schwaben hat im Rahmen des Zustimmungsverfahrens folgende Stellungnahme abgegeben: „Die Gemeinde Wehringen hat ihr bisher geführtes historisches Wappen (in Blau ein auf die Spitze gestellter Weißbordierter schwarzer Triangel, an dessen Querbalken unten zwei eggenartige Zähne angebracht sind) geändert.“

 

Gemeindechronik

Ausführliche Historische Informationen über Wehringen finden Sie in der ca. 320 Seiten starken Gemeindechronik. Diese ist bei der Gemeindeverwaltung erhältlich.

Gemeindechronik der Gemeinde Wehringen