Ein Hauch von Olympia in Wehringen: Das Olympische Feuer passierte 1972 den Ort - drei Wehringer Sportler beteiligten sich am Fackellauf

50 Jahre später: Die drei Fackelträger des Olympischen Feuers von 1972 mit ihren Originaltrikots von damals sowie der Fackel, die nun im Archiv der Gemeinde Wehringen aufbewahrt wird. Im Bild von links nach rechts: Bürgermeister Manfred Nerlinger, Franz Schaflitzl, Anton Kressa, Helmut Fischer.

„Ein Hauch von Olympia war 1972 auch in Wehringen zu spüren. Das Olympische Feuer kam auf dem Weg von München nach Augsburg auch durch unser Dorf,“ schrieb der Chronist des FSV Wehringen, Wilhelm Liebetrau, zu einem denkwürdigen Ereignis am Abend des 27. August 1972: Vor 50 Jahren fanden die XX. Olympischen Spiele in München statt. Nachdem auch die Kanustrecke in Augsburg einer der Austragungsorte war, musste das Olympische Feuer von München über Landsberg auch dorthin gebracht werden. Der Transport zu Fuß oder per Fahrrad samt mehreren Begleitfahrzeugen führte durch verschiedene Orte der Umgebung.

In Wehringen waren an diesem 27. August 1972 ebenfalls drei junge Männer aus den Reihen des FSV Wehringen beteiligt: Helmut Fischer, Anton Kressa und Franz Schaflitzl – „verdiente Männer des Sports“, wie auf einem gerahmten Erinnerungsdokument zu lesen ist.

Über das Lechfeld wurde das Olympische Feuer aus Großaitingen per Fahrrad nach Wehringen gebracht. Am südlichen Ortseingang Wehringen übernahmen es Sportler aus Langenneufnach, die mit ihrer besonderen „Fracht“ bis zur damaligen Tankstelle in der Ortsmitte liefen. Ein Artikel der Schwabmünchner Allgemeinen vom 21. Juli 2012 schrieb über die Langenneufnacher Läufer in Wehringen: „500 Meter: Der Lauf ihres Lebens“. Hier ist nachzulesen, dass viele Zuschauer den Straßenrand säumten, klatschten und jubelten. Die Blaskapelle sorgte ebenfalls für eine feierliche Note der historischen Veranstaltung.

Von der Tankstelle zur Raiffeisenbank und von dort bis zum nördlichen Ortsende waren Läufer aus dem Allgäu unterwegs. Am nördlichen Ortsausgang Richtung Bobingen warteten dann die drei Wehringer Sportler auf das Eintreffen der Olympischen Flamme zum Weitertransport mit dem Rad nach Bobingen – innerorts wurde gelaufen, außerorts geradelt.

Schnell für ein reibungsloses Entzünden der Fackel gesorgt, auf einen eigens gefertigten Halter am Fahrrad gesteckt, und weiter ging die Reise des Feuers an den südlichen Ortsrand von Bobingen, wo es wiederum dortige Sportler übernahmen und weitertrugen. Das wichtigste sei gewesen, dass die Flamme nicht erlosch und der Transport im minutiös geplanten Zeitrahmen weiterging, so die Erinnerung der Fußballer. Welche Bedeutung ihre Teilnahme hatte und welche Ehre ihnen damit zuteilwurde, sei ihnen erst im Nachhinein richtig bewusst geworden. Ehrensache, dass die zum Fackeltransport getragenen Trikots bei allen dreien immer noch zu Hause aufbewahrt werden. 

Die Fackel sowie das eingerahmte Erinnerungsdokument mit den Namen der drei Fackelträger wurden anschließend dem FSV Wehringen überlassen. Heute werden sie im Archiv der Gemeinde Wehringen aufbewahrt. Bürgermeister Manfred Nerlinger lud die drei ehemaligen Fackelträger (bzw. -radler) aus Anlass von 50 Jahren XX. Olympische Spiele München sowie der gleichzeitig bevorstehenden Kanuslalom-WM in Augsburg zu einer kleinen Erinnerungsrunde an der FSV-Freilufthalle ein.

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