Ein Ort zum Wohlfühlen an Singold und Wertach: Die Gemeinde Wehringen im Porträt

In Wehringen leben

In Wehringen leben
Bild: Karl Rosengart

Wehringen ist eine selbständige Gemeinde etwa 15 Kilometer südlich von Augsburg. Der Ort an der Singold samt seinem Ortsteil Auwald punktet mit seiner ländlichen Lage unweit der Wertach am Rand des Naturparks Augsburg Westliche Wälder. Gleichzeitig liegt er verkehrsgünstig nahe der Bundesstraße B17, die Stadt Augsburg ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln schnell zu erreichen.

Den alten Ortskern um die Pfarrkirche St. Georg und die Singold prägen zahlreiche landwirtschaftliche Hofstellen. In den letzten Jahrzehnten wurden neue Siedlungsgebiete geschaffen. Diese und eine familienfreundliche Infrastruktur sind der Grund, weshalb Wehringen ein beliebter Wohnort für die junge Bevölkerung ist. Familien finden neben dem reichhaltigen Vereins- und Freizeitangebot eine Kinderkrippe, einen Kindergarten mit Outdoor-Gruppe sowie eine Grundschule mit angegliederter Mittagsbetreuung.

Das Gewerbegebiet „Hochfeld“ am nördlichen Ortsrand bietet zahlreichen Firmen aus der Region eine attraktive Betriebsstätte. Aktuell gibt es vor Ort ca. 800 Arbeitsplätze.

Heute zählt der Ort rund 3.100 Einwohner auf einer Gemeindefläche von circa 14 Quadratkilometern. 

Freizeit, Feste und Vereine

Freizeit, Feste und Vereine

Gemeinschaft und Geselligkeit werden in Wehringen groß geschrieben: Rund 35 Vereine und Organisationen sorgen in der Singoldgemeinde für ein aktives Vereinsleben mit unzähligen Angeboten für alle Generationen. Ob Feste und Veranstaltungen der Vereine, der Faschingsumzug mit Narrentreiben, das traditionelle Maibaumaufstellen samt Maifest und Schlepperparade oder der Weihnachtsmarkt: Jedes Jahr kommen Alteingesessene, Neubürger und Besucher zusammen, um gemeinsam diese Höhepunkte zu feiern.

Beliebter Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft ist der Rathausplatz, auf dem nicht nur mittwochnachmittags der Wochenmarkt stattfindet, sondern auch Open-Air-Veranstaltungen der Vereine und der Gemeinde einen schönen Rahmen finden. Ein absoluter Höhepunkt mit jeweils mehreren zehntausend Besuchern ist sicherlich das Historische Wehringer Dorffest, das alle fünf Jahre stattfindet, das nächste Mal wieder im Jahr 2025. Anlässlich der 1000-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahr 1990 erstmals ins Leben gerufen, verwandelt es den Rathausplatz und seine Umgebung in einen bunten Tummelplatz für historisch gewandete Bürger und Bauern, Musikanten, Rittersleute und Landsknechte sowie unzählige Stände mit Kulinarischem und handwerklich-künstlerischen Darbietungen.

Besondere Anziehungspunkte der Gemeinde

Besondere Anziehungspunkte der Gemeinde
Wassertretanlage an der Prügelleite

Ein weit über Wehringen hinaus bekannter Anziehungspunkt ist die am Waldrand gelegene Wassertretanlage mit dem benachbarten Barfußpfad: Tasten, Riechen und Hören machen den 120 Meter langen Pfad mit verschiedenen Untergründen zu einem besonderen Sinneserlebnis. In direkter Nachbarschaft dazu erzählen circa 85 grubenartige Vertiefungen im Wald, sogenannte Pingen, von frühmittelalterlichem Erzabbau. An einem Spazierweg entlang der Singold inmitten von Feldern und Wiesen ermöglicht die „Bildungsbrücke“ hingegen das Naturerlebnis Bach. Mehrere moderne Spielplätze und ein Skaterplatz runden das Freizeitangebot insbesondere für junge Leute ab. Seit Kurzem ergänzt zudem eine innovative Freilufthalle auf dem Gelände des FSV Wehringen das Angebot für Freizeitsportler.

Ein Treffpunkt für alle Generationen steht kurz vor der Umsetzung: Der ehemalige Pfarrgarten an der Singold im Herzen Wehringens wird zu einem öffentlichen Park umgestaltet. Weite Wiesenflächen, Bäume und Sträucher, Sitzgelegenheiten, Outdoor-Fitnessgeräte sowie ein abgeflachtes Singoldufer mit kleiner Kneipp-Anlage versprechen eine kleine Naherholungsoase im Grünen und am Wasser - mitten im Ort.

Nähere Details und Lageplan

Ein Blick in die Geschichte

Wehringen liegt auf geschichtsträchtigem Boden. Bereits in der Jungsteinzeit um circa 2000 v.Chr. waren hier Menschen sesshaft.

Ein Ort zum Wohlfühlen an Singold und Wertach: Die Gemeinde Wehringen im Porträt

Seit Jahrzehnten ist der Ort daher immer wieder eine Fundgrube für Archäologen: In den im Jahr 1960 freigelegten hallstattzeitlichen Grabhügeln resultierten aufsehenerregende Funde, die Eingang in die mitteleuropäische Forschung fanden. 2004 traten bei Grabungen am südlichen Ortsrand nahe der Singold Funde zutage, die von einer frühmittelalterlichen Handwerkersiedlung zeugen, in der in größerem Umfang Textil verarbeitet wurde. Damit wurde erneut deutlich, welch bedeutenden Platz die Bodendenkmäler der Gemeinde in der Archäologie Süddeutschlands einnehmen. Erschließungsmaßnahmen am Gewerbegebiet Hochfeld im Jahr 2015 brachten abermals reichhaltige Funde aus unterschiedlichen Epochen ans Tageslicht – von der Jungsteinzeit über die Urnenfelder-, Hallstatt- und Römerzeit bis ins frühe Mittelalter.

Ein Ort zum Wohlfühlen an Singold und Wertach: Die Gemeinde Wehringen im Porträt
Wehringen aus der Vogelschau 1912. Bild: Gemeindearchiv Wehringen

Erste urkundliche Erwähnung fand Wehringen schließlich in der Biografie über den Heiligen Ulrich im Jahr 990 n.Chr., der im Wappen durch die Bischofsmitra dargestellt wird.

Im Jahr 1372 zerstörte ein Kriegsbrand das Dorf völlig. Ab etwa 1490 bis ins 17. Jahrhundert hinein besaß Wehringen das besonders bei Augsburger Bürgern beliebte „Leitenbad“. Die Bäderliteratur aus dem 16./17. Jahrhundert verdeutlicht, dass diesem damals ein recht hoher Stellenwert als Heilbad beigemessen wurde. Dessen Niedergang wird für das 17. Jahrhundert angenommen.

Ein Ort zum Wohlfühlen an Singold und Wertach: Die Gemeinde Wehringen im Porträt
Die Ortsmitte 1956 um Kirche, alten Friedhof, altes Schulhaus und den „Konsum“. Foto: Luftbildverlag Bertram

In der Zeit von 1617 bis 1628 starben durch den Dreißigjährigen Krieg und die Pest fast 500 Einwohner. Auf ein Pestgelübde von 1717 geht die Tradition der Wehringer Wallfahrt zum Heiligen Berg nach Andechs zurück.

Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts forderten erneut zahlreiche Todesopfer in dem damals noch kleinen Dorf. Durch die Aufnahme von 800 Heimatvertriebenen stieg 1946 die Einwohnerzahl auf circa 1.800.

Der Schwabmünchner Kurier betitelte 1953 Wehringen als „Eine strebsame Gemeinde an der Hochstraße“, die sich eine Vielzahl an Entwicklungs- und Infrastrukturmaßnahmen für ihre bald 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf die Fahnen geschrieben hatte.

Ab Mai 1978 verlor Wehringen kurzzeitig seine Selbständigkeit und wurde in die Verwaltungsgemeinschaft Großaitingen eingegliedert. Nach hartnäckigem Einsatz des damals frischgebackenen Bürgermeisters Hans Merk erhielt Wehringen bereits zum 1. Januar 1980 seine Selbständigkeit als Einheitsgemeinde wieder zurück. Ein Wegkreuz an der Ecke Römer-/Bahnstraße erinnert noch heute an die wiedererlangte Selbständigkeit.

Mit der Errichtung der Kläranlage für die Gemeinden Wehringen und Großaitingen (1990), dem Bau des Feuerwehrhauses mit Bürgersaal und Vereinsräumen (1995), dem Neubau des heutigen Rathauses (2001), der Einrichtung der Gemeindebücherei in Alten Rathaus (2002) oder der Erweiterung bzw. dem Neubau des Kindergartens und der Krippe (2011, 2018, 2023) weitere wichtige kommunale Weichenstellungen verwirklicht. 


Unsere historischen Dorffeste auf DVD

Unsere historischen Dorffeste auf DVD

Zu den Historischen Dorffesten von 1990 (10 Euro) und 2015 (10 Euro) sind im Rathaus, Zimmer 6, jeweils DVD´s erhältlich.

Wappen

Wappen

1986 erhielt die Gemeinde Wehringen ihr heutiges Wappen. Es zeigt auf rotem Hintergrund einen auf die Spitze gestellten silbernen Triangel, an dessen Querbalken unten zwei eggenartige Zähne angebracht sind, darüber eine goldene Bischofsmitra – eine Reminiszenz an die erste urkundliche Erwähnung Wehringens in der Biographie des Heiligen Ulrich. Die Farben Rot und Silber weisen auf die Zugehörigkeit zum Hochstift Augsburg hin. Das Dreieck war ein Grenzmarkierungszeichen. Angefertigt wurde das Wappen von Max Reinhart.



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Bildergalerie

Wehringen liegt an der Wertach und wird von der Singold durchflossen. Etwa 15 Kilometer nördlich von Wehringen befindet sich die Stadt Augsburg, im Westen grenzen der Ortsteil Auwald sowie der Naturpark Augsburg-Westliche Wälder an.
Lernen Sie unseren schönen Ort in der Bildergalerie näher kennen.

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